Quelle: BCC Energie
Vom 22. bis 24. April 2026 fanden in den KEEN-Kommunen Lohmen, Zehna, Ueckermünde, Loitz und Anklam intensive Vor-Ort-Gespräche statt. Ziel der Treffen war es, zukunftsfähige Möglichkeiten der Wärmeversorgung zu identifizieren – insbesondere durch den Aufbau und die Weiterentwicklung von Wärmenetzen.
An den Gesprächen beteiligten sich neben Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltungen auch Interessierte aus der Landwirtschaft sowie aus weiteren kommunalen Gremien. Fachlich begleitet wurden die Termine von BCC ENERGIE sowie der Forschungsgemeinschaft IBZ. Gemeinsam wurden die lokalen Voraussetzungen analysiert und konkrete Perspektiven für eine nachhaltige Wärmeversorgung diskutiert.
Im Mittelpunkt standen dabei verschiedene regionale Wärmeressourcen: die Nutzung von Flusswasser, industrieller Abwärme, Kläranlagen sowie Biomasse. Diese Quellen bieten insbesondere für ländlich geprägte Kommunen großes Potenzial, um Wärme klimafreundlich und langfristig wirtschaftlich bereitzustellen.
Ein besonderer Fokus lag auf der Versorgung kommunaler Gebäude wie Rathäuser, Schulen oder Kindertagesstätten. Gleichzeitig wurde intensiv erörtert, wie eine wirtschaftlich tragfähige Wärmeversorgung für Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden kann. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökologisch sinnvoll als auch sozial verträglich sind.
Alle Beteiligten einte der Wunsch nach einer möglichst autarken Energieversorgung, die auf eigenen regionalen Ressourcen basiert. Eine solche Unabhängigkeit von externen Märkten kann langfristig zu stabilen Wärmepreisen beitragen und die Versorgungssicherheit der Kommunen stärken. Die im Rahmen der Gespräche vorgestellte Muster-Übersicht für ländliche Kommunen verdeutlichte dabei die Vielfalt, aber auch die Komplexität der möglichen Lösungsansätze.

Um die Vielzahl möglicher Wärmequellen und Versorgungsmodelle für Kommunen und Bürgerinnen und Bürger übersichtlich darzustellen, hat die Forschungsgemeinschaft IBZ e. V. einen Betrachtungsvorschlag entwickelt. Dieser soll als Entwurfsvorlage dienen und die Erfassung, Bewertung und Vergleichbarkeit von Optionen zur zukünftigen Wärmeversorgung deutlich vereinfachen.
Aktuell wird die technische Umsetzbarkeit dieses Betrachtungsvorschlags geprüft. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie vorhandene Daten effizient zusammengeführt und in einer praxisnahen, einheitlichen Systematik dargestellt werden können. Langfristig soll so eine belastbare Grundlage entstehen, die Kommunen bei der strategischen Wärmeplanung unterstützt und gleichzeitig Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger schafft.