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Das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) zeigt in Potsdam, wie moderne Wärmeversorgung heute aussehen kann: nachhaltig, regional und kosteneffizient. Grundlage dafür sind sogenannte Kurzumtriebsplantagen (KUP) – schnell wachsende Baumarten wie Pappel, Weide oder Robinie, die alle paar Jahre geerntet und zu Holzhackschnitzeln verarbeitet werden.
Auf rund 33 Hektar betreibt das ATB seit vielen Jahren Versuchsflächen, auf denen verschiedene Baumarten und Anbauformen getestet werden. Ziel ist es, den Anbau, die Ernte und die Nutzung des Holzes wissenschaftlich zu optimieren und gleichzeitig herauszufinden, wie sich KUP-Holz für die Energiegewinnung eignet.
Die Plantagen liefern jährlich etwa 300 Tonnen Trockenmasse – genug, um das Institut mit einem beträchtlichen Teil seiner Wärme zu versorgen. Seit dem Jahr 2019 betreibt das ATB dafür eine neue zentrale Heizungsanlage, die aus zwei Komponenten besteht:
Die Kombination ermöglicht, einen großen Teil der benötigten Wärme regenerativ zu erzeugen, während der Gaskessel Spitzenlasten abfedert. Insgesamt beläuft sich der jährliche Wärmebedarf des Standorts auf rund 2.743 Megawattstunden.
Im Vergleich zu herkömmlichem Waldholz weist KUP-Holz einige besondere Eigenschaften auf. So besitzt es beispielsweise einen höheren Aschegehalt und zeigt ein abweichendes Verbrennungsverhalten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde der Holzkessel speziell für grobe Hackschnitzel konstruiert und mit einem großzügig dimensionierten Brennraum sowie hydraulischen Fördersystemen ausgestattet.
Das Brennmaterial stammt von den institutseigenen Versuchsflächen: Dort geerntete Pappeln und Weiden werden gehackt, getrocknet und für die Anlage aufbereitet.
Der Umstieg auf Hackschnitzel bringt deutliche ökologische Vorteile. Je nach Betriebsweise senkt das ATB seine CO₂-Emissionen um 36 bis 54 Prozent im Vergleich zur vorherigen Gasheizung.

Auch wirtschaftlich ist die Anlage attraktiv:
Damit zeigt das Projekt, dass regionale Biomasse heiztechnisch zuverlässig funktioniert, gleichzeitig Kosten senkt und einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.